Schon längere Zeit hatte Maria die Rufe ihrer ältlichen Nachbarin nach ihrer Katze gehört, aber darauf reagieren wollte sie nicht. Irgendwann wurde sie neugierig und blickte zu ihrem Fenster im zweiten Stock hinaus. Nach kurzem Überblicken der Situation erkannte sie, dass die Katze auf einem Baum saß und nicht mehr herunter kam – oder wollte. Maria verzog sich wieder in ihr Wohnzimmer und ließ bei aufgedrehter Musik den lieben Gott einen guten Mann sein und bekam nicht mit, dass sich einige Nachbarn ansammelten und das Kätzchen anzulocken versuchten. In letzter Konsequenz war es einem Mittvierziger egal und er holte die Feuerwehr.
Als diese bereits in Aktion war und eine Hebebühne ausfuhr, um die Mietze vom Baum herunter zu holen, bemerkte Maria die ganze Aktion, weil sie keine Lust mehr auf Sound hatte und nochmal ans Fenster ging. Beeindruckt war sie von den Feuerwehr-Männern in ihrer Arbeitskleidung und sie zog sich fix eine Jacke an, denn manche der Kerle sahen wirklich knackig aus. Zur rechten Zeit, als die Katze gefangen und der Besitzerin übergeben wurde, gesellte sich Maria in die Runde und beobachtete einen der Feuerwehrleute, der mit einem Kollegen sprach.
Maria ging zu den beiden und sprach den Mann an, den sie ins Auge gefasst hatte. Er hatte unglaublich breite Schultern und er lächelte sie charmant an und blickte ihr geradewegs in die Augen. Schnell entstand angeregtes Flirten zwischen Maria und Wolf und nur scheinbar ging es um die technischen und menschlichen Fähigkeiten der Feuerwehr. „Möchtest Du nicht heute Abend bei mir vorbeischauen? Ich bin fasziniert von Leuten wie Dir, die einen so verantwortungsvollen und riskanten Job ausüben…“, schmeichelte Maria und kurz darauf hatte sie ein Date. Bevor sie in ihre Wohnung ging, flüsterte sie ihm zu, er solle doch seine Feuerwehrsachen mitbringen. „Die machen mich unglaublich scharf…“


