Es hat alles lange gedauert, doch letztlich hatten wir damals unser Ziel erreicht. Ich war eine der Gründerinnen, die erfolgreich einen Büroservice ins Leben gerufen hatte. Als Steuerfachangestellte mit zahlreichen Weiterbildungen in der Tasche war es für mich relativ einfach im Home Office meine Selbstständigkeit zu starten. Es hatte mir Spaß gemacht, es war befriedigend alles selbst in die Hand nehmen zu können und den Erfolg selbst zu verbuchen. Die Schwierigkeiten mit den mangelnden Aufträgen konnte ich bewältigen und es dauerte nicht allzu lange und ich hatte mehr zu tun, als ich Zeit hatte. Eine Lösung musste her.
Ich habe meine Kontakte durchforstet und Leute die mir sympathisch waren und von denen ich wusste, dass sie etwas von ihrer Arbeit verstehen, schrieb ich an oder telefonierte gleich mit ihnen. Nach kurzer Zeit hatte ich einen ehemaligen Kollegen, Ralf, davon überzeugt, bei mir einzusteigen. So ist es dann auch passiert. Gemeinsam bewältigten wir die Arbeit, unsere qualitative Ausführung sprach sich herum und es meldeten sich immer mehr, die unsere Dienste in Anspruch nehmen wollten. Ralf und ich besprachen uns und wir beschlossen, dass mit es mit dem Home Office bald ein Ende haben würde und öffentliche Geschäftsräume her mussten. Dann könnten wir auch weitere Angestellte aufnehmen.
Gemeinsam machten wir uns daran die passenden Räume zu finden, was auch relativ schnell vonstatten gegangen war und wir organsierten die damit verbundenen Aufgaben. Es machte wirklich Spaß mit Ralf zusammen diese Dinge zu tun. Es blieb auch nicht aus, dass wir uns immer näher kamen, es heißt zwar „Never fuck the company“, aber es gibt Ausnahmen. Wenn man auf engem Raum zusammenarbeitet, dann bleibt es eben oft nicht aus, dass man auch intimer wird. Anfangs waren es nur die Gesprächsthemen, die immer mehr private Dinge behandelten, doch ich spürte, wie wir uns immer mehr gegenseitig anzogen. Wir gefielen uns eben nicht nur beruflich und geistig, sondern auch körperlich.




