Wie hatte ich geguckt, als ich am Weihnachtsabend einen Umschlag öffnete, den mir mein Bruder geschenkt hatte. Ich kam mir von ihm wirklich verarscht vor – was vielleicht seine Absicht war – als ich einen Gutschein zur Fußpflege in den Händen hielt. Fußpflege einem Mann zu schenken fand ich sehr ungewöhnlich und ich war mir nicht einmal sicher, ob ich den Gutschein einlösen würde. So verschwand er in einer Schublade bei mir zu Hause, als ich die weihnachtliche Familien-Verpflichtung hinter mich gebracht hatte. Zwar rätselte ich noch, ob es ein Verlegenheitsgeschenk oder doch einfach eine vermeintlich lustige Aktion war. Ich ließ das Thema auf sich beruhen, denn es war ja das Fest der Liebe und meiner alten Mutter zu liebe musste ich wirklich keinen Streit wegen einem dämlichen Geschenk vom Zaun brechen.
Es war schließlich Anfang Februar, als mir der Gutschein für die Fußpflege wieder zwischen die Finger geriet. Ich studierte das Kleingedruckte, er war nur noch bis Ende Februar gültig. Vielleicht sollte ich es mir doch einfach gönnen? Weiß ja niemand was davon und wenn schon. Es war ein Geschenk und angenehm würde es ja wohl sein. Im Internet recherchierte ich, wo das Studio war. Ich merkte mir den Weg und steckte den Gutschein in mein Portemonnaie, immer noch unschlüssig. Ein paar Tage später hatte ich meinen freien Tag, es war mir einfach langweilig und das Wetter draußen war wenig einladend. Der Winter war schon lange, entsprechend hatte ich genügend DVDs ausgeliehen, als dass mich der Weg in die Videothek gereizt hätte. Nicht einmal für ein Pornovideo hatte ich Sinn. Also schnappte ich mein Telefon und rief bei der Fußpflegerin an.
Eine freundliche, erotische Stimme meldete sich und ich erklärte, dass ich einen Gutschein hätte und diesen einlösen möchte. Ob denn noch am selben Tag ein Termin frei wäre. Zu meinem Glück hatte eine Kundin abgesagt und ich konnte somit um 15 Uhr erscheinen. Als ich aufgelegt hatte, entstand in meiner Fantasie ein Bild von der Frau. Kurvenreich, sexy und geil stellte ich mir die Fußpflegerin Annegret vor, was mir einen Ständer und eine nette, nicht wirklich befriedigende Wichserei bescherte. Schließlich begab ich mich mit frisch gewaschenen Füßen und Fussel freien Socken auf den Weg in das Studio. Ich musste noch eine Weile warten, wie man mir am Empfang sagte. Dann wartete ich auf Annegret, wie sich mir die Fußpflegerin vorgestellt hatte.


