Neulich habe ich Geburtstag gefeiert. Den wievielten, das verrate ich euch nicht, denn eine Dame spricht nicht über ihr Alter. Ich habe einen recht großen Freundeskreis, und die meisten von uns sind verheiratet oder stecken in einer festen Partnerschaft, aber es gibt auch ein paar Singles. Natürlich habe ich mich bemüht, für die Singles unter meinen Gästen eine gute Auswahl an Singles des anderen Geschlechts zur Verfügung zu stellen. Eine Party ist ja immer eine gute Möglichkeit für erotische Kontakte. Weil mir dann am Ende genügend Single Männer fehlten, fragte ich Alex, einen guten Freund von mir – selbst leider bereits vergeben -, ob er nicht ein paar junge Männer kennen würde, die Lust hatten, meinen Geburtstag mit mir und den anderen Gästen zusammen mit zu feiern. Er brachte dann auch tatsächlich drei Freunde mit; Herbert, Jürgen und Uwe. Die drei waren Singles.
Obwohl ich ebenfalls Single bin und gerade an meinem Geburtstag natürlich auch Lust darauf hatte, mit gutaussehenden Herren zu flirten – und die drei waren schon recht ansehnlich -, hatte ich dazu doch keine Gelegenheit, denn ich hatte alle Hände voll zu tun, um meine Gäste mit Essen und Trinken zu versorgen. Außerdem musste ich ja auch noch alle Geschenke auspacken, mich überschwänglich bei jedem dafür bedanken und so weiter. Wobei ich das Geschenk, das mir die drei Freunde von Alex gemeinsam überreichten, schon reichlich schlüpfrig fand; es war ein Vibrator. Und zwar einer mit Klitoris-Finger. Nicht dass Singlegirls solche Sextoys nicht gebrauchen können, aber als Geburtstagsgeschenk fand ich das doch ein bisschen unpassend … Aber ich wollte ja nun auch nicht prüde erscheinen und machte offen meine Witze über das Sexspielzeug. Bevor ich das Teil im Trubel wieder vergaß.
Die Party war so anstrengend für mich, dass ich fast froh war, als sie sich weit früher als erwartet aufzulösen begann, nämlich noch vor Mitternacht. Ein Gast nach dem anderen verabschiedete sich; nur die drei Freunde von Alex, die offensichtlich bei meinen Single Freundinnen nicht gut angekommen waren – oder umgekehrt, meine Freundinnen hatten deren Interesse nicht gefunden -, bewiesen Sitzfleisch. Sie hatten es sich auf meiner großen Couch bequem gemacht und machten keinerlei Anstalten zu gehen. Also machte ich etwas, was eigentlich unhöflich ist – ich fing an aufzuräumen. Dann geschah etwas Erstaunliches. Die drei sprangen sofort auf und halfen mir dabei, Geschirr, Gläser und Besteck zusammen zu räumen und in die Spülmaschine zu stecken, den Abfall wegzubringen und Ordnung zu schaffen. Es war wirklich erstaunlich; gerade von Männern war ich das gar nicht gewohnt. Da konnte ich natürlich nicht anders – ich bot den Dreien am Ende noch eine Tasse Kaffee an, die wir im frisch aufgeräumten Wohnzimmer tranken.




