Ich lernte Fini zufällig in einem Kino kennen. Wie es der Zufall wollte, wurden wir beide versetzt und wir saßen nebeneinander im Kinosaal. Die schier endlose Werbung vor dem Film veranlasste uns zu einer Unterhaltung und wir stellten fest, dass wir auf das gleiche Gymnasium gingen. Damals war ich siebzehn und sie sechzehn. Aus diesem Abend entstand eine Freundschaft, wir sahen uns oft und als sie dann achtzehn geworden war, verliebte ich mich unendlich in sie. Zuvor dachte ich nicht im Traum daran, dass sie mehr als ein Kumpel für mich sein könnte.
Und trotzdem geschah ist. Fini ignorierte anfangs mein werben gänzlich. Ich verstand nicht, warum sie so tat, als wenn ich ihr nicht ständig unbeholfen zu verstehen geben versuchte, dass ich mich in sie verschossen hatte und eine Beziehung von ihr wollte. Wenn ich mir aber etwas in den Kopf setze, kann ich ziemlich beharrlich sein und ich hörte nicht auf, ihr Avancen zu machen. Das ging bestimmt ein halbes Jahr so. Irgendwann platzte mir bei in ihrem Elternhaus der Kragen, als wir alleine waren.
„Sag mal, warum ignorierst Du meine Annäherungen? Bin ich Dir nicht gut genug, nicht mal gut genug, dass Du mir sagen kannst, dass Du nichts von mir willst?“, schrie ich Fini beinahe an. Sie druckste rum und sah wirklich betroffen aus, bevor sie mit der Sprache rausrückte. „Also, es war mir bisher unangenehm, es Dir zu sagen. Ich weiß nicht, wie Du darauf reagieren wirst, aber jetzt kann ich ja nichts anderes tun, als Dir die Wahrheit zu sagen. Hoffentlich verachtest Du mich nicht, denn ich möchte Dich nicht als Freund verlieren.“, leitete sie ihr Geständnis ein. Ich hörte geduldig zu und wartete auf ihre Begründung. „Es liegt einfach daran, dass ich auf Frauen stehe. Ich weiß es schon seit ich fünfzehn bin und daran hat sich bisher nie etwas geändert.“


