Hannes war Heizungsmonteur und sein Auftrag war es in einem Winter, zu Kunden zu fahren, wenn bei ihnen die Heizung ausgefallen war. Er mochte im Großen und Ganzen diesen Job beim Kundendienst, man hatte jeden Tag mit neuen Menschen zu tun, mit freundlichen und unfreundlichen, mit durch geknallten und ganz normalen Leuten. Das war es, was er mochte. Aber es gab in seiner Laufbahn eine Geschichte, die er gerne am Stammtisch zum Besten gab.
Es war ein eisiger Winter und er bekam von der Zentrale durchgesagt, dass er in der Liebchenstraße noch einen Auftrag zu erledigen hatte. Bei Frau Schmidt wäre die Heizung ausgefallen und er solle dort vorbeischauen. Hannes machte sich also auf in Richtung Liebchenstraße, er suchte die angegebene Hausnummer und parkte. Mit seinem Werkzeugkoffer stand er an der Haustür und suchte den richtigen Klingelknopf und schon summte es und er konnte eintreten. Er musste ohne Aufzug drei Stockwerke nach oben laufen, bis er eine angelehnte Wohnungstür entdeckte. Das musste die Wohnung von Frau Schmidt sein. „Hallo? Frau Schmidt?“, rief er gedämpft in die Wohnung, als die Tür einfach angelehnt blieb. Merkwürdig, was ist denn hier los, dachte sich Hannes. Nach einer weiteren Minute, die er ausharrte, hörte er endlich eine Stimme, es war für ihn wie eine Erlösung. „Entschuldigen Sie, ich komme gleich!“, hörte er eine dunkle Frauenstimme. Er empfand die Stimme als sehr sexy. Einen kleinen Augenblick später stand eine Frau von rund dreißig Jahren im Bademantel an der Tür und bat Hannes hinein.
„Schauen Sie doch bitte mal in allen Räumen, ob die Heizungen korrekt laufen, mir ist den ganzen Tag schon kalt.“, forderte ihn die Frau auf. Hannes dachte nur, dass es sich um eine der verrückten Kunden handeln musste, auch wenn der Bademantel scheinbar eine attraktive Verrückte verhüllte. Hannes machte sich an die Arbeit, konnte aber im ersten Raum keine defekte Heizung entdecken. So erging es ihm auch mit den anderen Heizungen in den weiteren Räumen. Frau Schmidt sah er dabei nicht. Schließlich kam er an die letzte Tür und er trat ein. Die Temperatur fühlte sich okay an, die Heizung musste also funktionieren. Hannes wurde es plötzlich siedend heiß, als er Frau Schmidt in Dessous, die nur das nötigste verdeckten, auf dem Bett liegen sah. Er war direkt in das Schlafzimmer der Frau gegangen, ohne es gleich bemerkt zu haben. „Entschuldigen Sie, tut mir leid, dass…“, weiter kam Hannes mit seinem Satz nicht. „Ist schon in Ordnung… wie sieht es mit meinen Heizungen aus?“, fragte sie ihn, anstatt ihn zur Schnecke zu machen. Er teilte ihr mit, dass alles okay sei und er eigentlich fertig ist.


