Wie jeden Nachmittag fuhr ich auch an diesem Tag mit der Bahn nach Hause. Am Hauptbahnhof stieg ich aus, nur um die nächste S-Bahn zu nehmen. Allerdings sollte mir das Glück nicht hold sein, denn die verdammte S-Bahn hatte einen Defekt, wenigstens standen wir an einer Haltestelle und durften aussteigen und auf den Schienenersatzverkehr, sprich den Ersatzbus warten. Entnervt und müde stand ich also wie einige andere in Anzug und Mantel mit meinem eher nicht zum Business-Outfit passenden Rucksack da und harrte der Dinge. Nach ein paar Minuten tippte mir jemand auf die Schulter. Dieser Jemand war eine junge Frau, vielleicht zwanzig Jahre alt, zierlich und alternativ gekleidet, aber sauber mit klarem Blick. „Komm mal mit auf die Seite.“, sagte sie zu mir und kaute auf einem Erdbeerkaugummi. Das konnte ich riechen.
Ich war verwundert, aber trat mit ihr ein paar Schritte zur Seite. „Was gibt’s?“, wollte ich von ihr wissen. Sie hatte eine süße Frisur mit Pony und hinten irgendwie hochgesteckt. Am Hals entdeckte ich kleine eintätowierte Sternchen. Sie lächelte mich an und ihre Zunge leckte für einen Sekundenbruchteil über die Mitte ihrer Unterlippe. „Wenn du willst können wir zu mir und ein bisschen Spaß haben. Wäre sicher viel geiler als hier auf den Bus zu warten.“, erklärte sie und zwinkerte mir zu. Aha, dachte ich, eine kleine Nutte, aber eine sehr süße Hure. „Bis wir fertig sind fährt auch die Bahn wieder…“, schob sie als Argument hinterher. Ich brauchte nicht lange zu überlegen, ich wollte die Kleine poppen und einen angenehmeren Feierabend verbringen als ich befürchtet hatte.
„Okay, warum nicht. Wie heißt du eigentlich?“, billigte ich ihr Angebot und folgte ihr auf den Fuß. „Nicki, ich wohne gleich da drüben.“, sagte sie und deutete auf einen Wohnblock, der auf günstige Mieten schließen ließ. Entgegen meiner Befürchtungen war das Treppenhaus relativ sauber, es roch nur nach Zigarettenqualm. Weil es keinen Aufzug gab, gaffte ich auf ihren süßen Hintern während ich hinter ihr die Treppe hochstieg in den vierten Stock. Etwas aus der Puste betrat ich eine saubere aber unordentliche Bude. Als ich sie etwas fragen sollte, legte sie ihren Zeigefinger auf ihre Lippen, schob mich in ein Zimmer und schloss die Tür. „Sorry, aber drüben im anderen Zimmer pennt meine Freundin. Die kam erst vor zwei Stunden heim und pennt jetzt.“, erklärte sie und bot mir an, dass ich mich im Bad waschen konnte.




