Völlig unklar ist mir zwar, warum ich beim Anblick von Arztzimmern und Krankenschwestern, beim Geruch von Desinfektionsmittel und anderen medizinischen Dingen erregt bin, aber es ist absolut eine Tatsache. Es ist für mich daher oft schwierig, wenn ich eine Ärztin aufsuchen muss oder im Krankenhaus liege. Mich plagen dann ständig wiederkehrende Erektionen, eine ausgesprochene Geilheit, die sich mit dem gewöhnlichen Zusammensein mit einer Frau nicht messen lässt. Kaum betrete ich ein Arztzimmer und es begleitet mich eine Arzthelferin oder es ist sogar eine Ärztin, bei der ich einen Termin habe, muss ich mit einem Ständer kämpfen, was meine Konzentration natürlich herabsetzt.
Wer nun glaubt, ich wäre nicht richtig im Kopf oder ein dummer Trottel, der hat unrecht. Ich bin ein ganz normaler Mann, gehe meinem Beruf nach, habe daheim eine Frau und bin sehr glücklich. Es ist auch nichts Schlimmes, dass mich Klinik-Dinge erregen, aber manchmal lästig. Viel schlimmer empfinde ich es, dass ich lange Zeit nicht über diese erotischen Auslöser und dem Wunsch nach Klinik-Erotik gesprochen haben. Es war mir peinlich, kein Wort brachte ich über die Lippen, selbst dann nicht, wenn ich es mir fest vorgenommen hatte.
Aber im letzten Herbst überwand ich mich spät abends und offenbarte meiner Frau meine sehnlichsten Begierden und erklärte, wie sehr es mich antörnt, ein Krankenhaus aufzusuchen oder in einer Arzt-Praxis zu sein. Meine Fantasien schlagen Kapriolen, sagte ich. Ich ging ebenfalls ins Detail und ich war so froh und erleichtert, dass Sonja einfach nur zuhörte, ohne entsetzt aufzuspringen und davonzulaufen. Quälend wurde es erst, als sei gar nichts dazu sagte, nur, dass sie darüber nachdenken müsste. Dann nahm sie mich in den Arm und wir schliefen ein.

